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Neues Jahr und neue Impulse für die Gemeinschaft
Wir haben begonnen, uns mit Möglichkeiten für eine langfristige Gestaltung unseres Betriebes und seiner Nutzflächen zu befassen. Beim Visions Workshop im Sommer kam uns der Gedanke, ob die Solawi Land mit Hofstelle besitzen könnte. Es ging ja um Visionen :) Das heißt, dass wir alle Solawistas unseren eigenen Hof besitzen würden, anstatt Gärtnerei und Ackerflächen von privat zu pachten.
Die Idee, dass eine Gemeinschaft wie zum Beispiel eine Solawi Acker, Höfe, Werkzeuge, Geräte etc besitzt, nennt sich Vergemeinschaftung. Es gibt viele Menschen, die sich seit vielen Jahren damit beschäftigen, wie es gelingen könnte, dass Land und Höfe den Menschen gehören, die sie gemeinsam und nachhaltig bewirtschaften. Große Inspiration für uns kommt bisher vom Ackersyndikat.
Warum ist das wichtig?
Ein gesunder Boden ist die Basis für gesunde Lebensmittel. In der Solawi arbeiten die Gärtner daran, den Boden ökologisch aufzuwerten, Humus aufzubauen, die Lebewesen im Boden zu füttern etc, um dann für uns gesundes Gemüse anbauen zu können. Das Ergebnis dieser Arbeit also einen fruchtbareren Boden sieht man erst nach Jahrzehnten – wer weiß, ob man dann noch auf diesem Pachtland ist? Und wer weiß, ob der Nachfolger diese Arbeit zu schätzen weiß. Wäre schon nice, wenn man der Prozess durch Landeigentum nachhaltiger gestaltet sein könnte. Außerdem: Ackerland ist in Deutschland sowie auch städtische Grundstücke und Wohnraum (das Thema kennen viele von Euch leider aus Hamburg) zum Spekulationsobjekt geworden. Investoren legen ihr Geld in Böden an, weil sie nach sicheren Anlagemöglichkeiten suchen. Sie wissen, dass die Acker zur Ernährung der Menschen durch den Anbau von Gemüse und Getreide oder für die Produktion nachwachsender Rohstoffe auch in Zukunft gebraucht werden. Der Ansturm der Investoren auf Ackerflächen führt dazu, dass sich die Preise für die Böden vervielfachen (Preisgestaltung durch Angebot und Nachfrage). Die Folge ist, dass sich viele kleine Betriebe und Landwirte, die Pacht nicht leisten können und Land, von dem sie leben wollen, an Menschen verlieren, die damit Geld verdienen wollen. Und Ihr wisst, wie es läuft mit dem Geld: diejenigen, die es haben, vermehren es und haben dann noch mehr. Um sich zum Beispiel noch mehr Acker zu kaufen. Es gibt mittlerweile in Deutschland einen kaum abschätzbaren Konzentrationsprozess bei Landeigentum. Das heißt, wenige Einzelpersonen besitzen viel Land.
„Wieso gehört Boden überhaupt Einzelpersonen oder Privatunternehmen - müsste er nicht uns allen gemeinsam gehören?“ fragt der Verband Solidarischer Landwirtschaft in Kooperation mit der Kulturland eG und lädt am Donnerstag, den 18.01.2024 nach Berlin ein, um aktuelle Bodenthemen mit den mittlerweile über 500 Solawis in Deutschland zu diskutieren.
https://www.solidarische-landwirtschaft.org/aktuelles/termine/fachtage/2024
Let's socialize − Vergesellschaftung als Strategie für Klimagerechtigkeit.
Am 15. – 17. März 2024 finden die Vergesellschaftungskonferenz an. Ein Themenstrang der Konferenz ist Landwirtschaft und Ernährung.
https://vergesellschaftungskonferenz.de/
Habt Ihr Interesse Euch an unseren Gedanken zur Bodenfrage zu beteiligen oder Interesse die Veranstaltungen mit zu besuchen?
Liebe Grüße
Ewa
ewa.okolski@googlemail.com |